Die Jungfrauengeburt – für Gott eine Kleinigkeit
Ein Porträt im Jahre 2006--das Original ist eine Datei darunter zu sehen (Für Gott eine Kleinigkeit)

Wie ein einstiger Häftling, Seemann, Zimmermann und Pförtner/Telefonist schließlich Christ wurde.

Krollmanns Arme erzählen von seinem Leben. Auf dem rechten Arm befindet sich ein Seemannsgrab und der Name einer Frau namens Hannelore, die einst seine Jugendliebe war. Auf dem linken steht „Elvis“, der Vorname eines berühmten Musikers, den Werner Krollmann (61) verehrt. Daneben steht „1.1.1962 Alt-Moabit“, ein Datum, das an eine Silvesternacht hinter den Gittern der Justizvollzugsanstalt Berlin- Moabit erinnert. Krollmann ist in West-Berlin aufgewachsen, ordnungsgemäß getauft und konfirmiert, doch dann hat er Gott vergessen. Als Jugendlicher mischt er in einer 30köpfigen Jugendbande mit, die Diebstähle und Raubüberfälle begeht. Schließlich fliegt die Gruppe auf und wird verurteilt. Krollmann ist damals 16 Jahre alt und wird als Mitläufer zu 13 Monaten Jugendstrafe verurteilt, die er zur Hälfte wegen guter Führung erlassen bekommt.

  Ungesegnete Ehen!

Nach der Entlassung will Krollmann raus aus dem Milieu und wird Seemann. Er arbeitet als Hochseefischer und als Seemann auf große Fahrt lernt so die Welt kennen. „Ich bin viel in der Welt herumgekommen.“ Wenn seine Kameraden beim Landgang ein Bordell ansteuern geht Krollmann seinen eigenen Weg. „Da hätte mir mein Geld leid getan.“ Nach 15 Jahren hat Krollmann genug von der Seefahrt. Er wird Zimmermann, heiratet wieder und lässt sich in einem Dorf bei Ulm nieder. Zwei Kinder werden geboren, doch auch die zweite Ehe scheitert, beide Ehen im beiderseitigem Unglauben geschlossen, brechen auseinander, sie waren nicht von Gott gesegnet. Wegen eines Bandscheibenvorfalls muss er dann seinen Beruf aufgeben.

Jesus statt Buddha

Krollmann geht zurück nach Berlin. Glücklich geworden ist er nicht. „Mein Leben kam mir so leer vor“, sagt er.„Ich dachte, irgendwas Höheres muss es doch geben. “ Also vertieft er sich in Bücher über Buddhismus und Meditation und hat schon nach wenigen Wochen genug davon. Er schaut aus dem Fenster und hört Lärm und Lachen von vielen, vielen Kindern. Wo die nur alle herkommen? Krollmann will es wissen und geht runter, um nachzuschauen. Die Kinder, so erfährt er, gehören zu einer christlichen Gemeinde. Krollmann kommt mit einem Mitglied ins Gespräch; wenige Tage später meldet er sich zu einem Bibelfernkurs an, den er zwei Jahre später abschließen wird. „1. 6. 1992“ steht in Krollmanns Bibel – das Datum, an dem er sich entscheidet, Christ zu sein. „Die größte Hürde war für mich die Jungfrauengeburt“, erinnert sich Krollmann. „Die hielt ich für eine ganz große Lüge. Aber während des Bibelstudiums wuchs in mir die Erkenntnis, was Gott alles kann: Lahme und Blinde heilen, Tote auferstehen lassen, Manna regnen lassen. Da sollte eine Jungfrauengeburt für Gott doch eine Kleinigkeit sein.“ In Berlin-Mitte lernt er eine Gemeinde kennen, die zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden gehört: „Die Leute dort haben eine unwahrscheinliche Freude am Glauben.“ Er wird Mitglied. Auch Arbeit bekommt er wieder. Bis zur Rente arbeitet er 14 Jahre als Pförtner bei der Berliner Stadtmission. Zwischendurch liest er die Unterlagen seines Bibelfernkurses und studiert die Bibel

Jetzt Nachtwächter

Seit einigen Monaten arbeitet Krollmann nun als Nachtwächter im „Palast der Republik“. Das ehemalige Vorzeigeobjekt der DDR ist heute nur noch ein Eisengerippe und soll im nächsten Jahr abgerissen werden. Mit seinem sechs Jahre alten Boxer Jasso bewacht Krollmann hier Veranstaltungen und Galerien, zuletzt eine Ausstellung, die sich mit der Frage beschäftigt, ob und was nach dem Leben kommt. Für Krollmann ist diese Frage beantwortet: „Ich freue mich auf den Himmel. Ich weiß nur noch nicht, ob ich dort Keyboard spiele oder Harfe.“

Eine Kirche oder Gemeinde die die Autorität und Inspiration der Heiligen Schrift verwirft, und liberale Theologie praktiziert, hat den Herrn Jesus Christus verworfen.