Christus der Fels!

Was ist denn nun das von Gott vorgesehene Fundament für das Leben eines Christen? Auf diese Frage gibt uns der Apostel Paulus in 1.Korinther 3,11 eine klare Antwort: 1.Kor 3,11 Denn einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Der Apostel Petrus bestätigt dies in seinem ersten Brief in Kapitel 2,6 wo er in bezug auf Christus sagt: 1.Petr 2,6  Denn es ist in der Schrift enthalten: "Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein, und wer an ihn glaubt, soll nicht zuschanden werden". Die Bibelstelle, auf die sich Petrus hier bezieht, ist Jesaja 28,16 wo es heißt: Jes. 28,16 Darum, so spricht der Herr, HERR: Siehe, ich gründe einen Stein in Zion, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein...Das Alte und das Neue Testament stimmen also in dieser wichtigen Tatsache überein: Das wahre Fundament des Christenlebens ist Jesus Christus selber, nichts und niemand anderes.  Kein Glaubensbekenntnis, keine Kirche, keine Denomination, kein Ritus und keine religiöse Zeremonie. Es ist Jesus Christus selber:  Einen anderen Grund kann niemand legen.

In diesem Zusammenhang ist es hilfreich, wenn wir uns die Worte Jesu selbst vor Augen führen. In Mat 16,13-18 finden wir die folgende Unterhaltung zwischen dem Herrn und Seinen Jüngern: Mt. 16,13-18 Als aber Jesus in die Gegenden von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger und sprach: Für wen halten die Leute mich, den Sohn des Menschen ? Sie sprachen: Etliche für  Johannes den Täufer; andere aber für Elia; noch andere für Jeremia oder einen der Propheten. Da spricht er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?  Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Glückselig bist du, Simon, Sohn des Jona; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch, du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen.

Manche glauben, Jesus habe damit gemeint, dass der Apostel Petrus der Felsen sei, auf dem die christliche Gemeinde gebaut werden sollte, dass also Petrus gewissermaßen das Fundament des Christentums sei und nicht Christus. Die Frage nach dem wahren Fundament ist aber so wichtig und von solch großer Tragweite, dass wir die Worte Jesu unbedingt ganz genau untersuchen müssen, um ihre wirkliche Bedeutung herauszufinden. In der griechischen Originalfassung des Neuen Testaments enthält diese Antwort, die Jesus Petrus gab, ein wohlüberlegtes Wortspiel. Auf Griechisch heißt Petrus PETROS, und das Wort für Felsen ist PETRA.  Jesus macht ein Wortspiel aus der Ähnlichkeit zwischen diesen beiden Begriffen und sagt:



Du bist Petrus (PETROS), und auf diesen Felsen (PETRA) will ich meine Gemeinde bauen...

Obwohl die beiden Worte durchaus einen ähnlichen Klang haben, ist ihre Bedeutung doch sehr verschieden.

PETROS heißt Stein, so etwas wie ein Kieselstein.
PETRA bezeichnet einen großen Felsen.

Der Gedanke, eine Gemeinde oder Kirche auf einen Kieselstein aufbauen zu wollen, ist absurd, dass Christus das gar nicht gemeint haben kann. Jesus benutzt vielmehr dieses Wortspiel, um die Wahrheit, die Er vermitteln möchte, besonders deutlich zum Ausdruck zu bringen. Er identifiziert Petrus nicht mit dem Felsen, sondern stellt vielmehr den Gegensatz heraus. Er weist darauf hin, wie klein und unbedeutend der Stein, Petrus, ist, verglichen mit dem riesigen Felsen, auf dem die Gemeinde gebaut werden soll. Diese Tatsache wird sowohl von der Logik als auch von der Bibel her bestätigt. Wenn die Gemeinde Jesu wirklich auf den Apostel Petrus gegründet worden wäre, wäre sie das schwächste und unsicherste Gebäude, das man sich vorstellen kann.  Einige Verse weiter lesen wir nämlich in demselben Kapitel des Matthäusevangeliums, wie Jesus anfing, Seine Jünger darauf vorzubereiten, das Er in Kürze von den Menschen verworfen und gekreuzigt werden würde. Dann heißt es in dem Bericht weiter: Mt. 16,22 Und Petrus nahm ihn zu sich und fing an, ihn zu strafen, indem er sagte: Gott behüte dich, Herr! dies wird dir nicht widerfahren. Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh hinter mich, Satan! du bist mir ein Ärgernis, denn du sinnest nicht auf das, was Gottes, sondern auf das, was der Menschen ist. Hier wirft Jesus Petrus direkt vor, von einer menschlichen Denkweise, ja, sogar von den Einflüsterungen des Satans persönlich beeinflusst worden zu sein. Wie könnte solch ein Mann das Fundament für die gesamte Gemeinde Christi sein?. Später lesen wir dann in den Evangelien, dass Petrus, anstatt Christus vor der Dienstmagd zu bekennen, seinen Herrn dreimal öffentlich verleugnete. Sogar nach der Auferstehung Jesu und nach Pfingsten ließ sich Petrus, wie Paulus in Galater 2,11-14 schreibt, von seinen Landsleuten derart Angst machen, das er an einem gewissen Punkt in Bezug auf die Wahrheit des Evangeliums zu Kompromissen bereit war. Es steht also fest, das Petrus kein Fels war. Er war ein liebenswerter, impulsiver Mann, ein geborener Führer, aber eben ein Mensch wie du und ich, mit allen Schwächen und Fehlern der menschlichen Natur behaftet.

Der einzige Fels, auf dem sich echter, stabiler christlicher Glaube gründen kann, ist Jesus Christus selber.

Auch im Alten Testament finden wir diese Tatsache bezüglich des Fundaments für jeden wahren, schriftgemäßen Glauben bestätigt: In Psalm 18,3  sagt der Psalmist David, prophetisch vom Heiligen Geist inspiriert, folgendes: Ps. 18,3 Der HERR ist mein Fels und meine Burg und mein Erretter, mein Gott ist mein Hort, bei dem ich mich berge, mein Schild und das Horn meines Heils, meine hohe Feste. In Psalm 62 spricht David ein ähnliches Glaubensbekenntnis aus. In den Versen 2+3 sagt er: Ps 62,2 Nur auf Gott vertraut still meine Seele, von ihm kommt meine Rettung (od. mein Heil). Nur er ist mein Fels und meine Rettung, meine Festung; ich werde kaum wanken und weiter sagt David in den Versen Ps 62,7+8 Nur Er ist mein Fels und meine Hilfe, meine Festung; ich werde nicht wanken. Auf Gott ruht mein Heil und meine Ehre; der Fels meines Schutzes, meine Zuflucht ist in Gott. Noch klarer kann man es gar nicht ausdrücken. Das Wort Fels kommt in diesen Versen dreimal vor und das Wort Rettung viermal. Das bedeutet, dass die Worte Fels und Heil in der Heiligen Schrift fest und untrennbar miteinander verknüpft sind. Beides liegt in einer Person, und zwar in dem Herrn selber. Das wird durch die Wiederholung des Wortes nur besonders deutlich unterstrichen. Sollte jemand noch eine weitere Bestätigung für das soeben Gesagte wünschen, dann sollte er aufschlagen, was Petrus selbst gesagt hat. In Apostelgeschichte 4,12 spricht er zum Volk Israel und sagt im Hinblick auf Jesus Christus von Nazareth: Apg.4,12 Und es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen.

Also ist der Herr Jesus Christus, und nur Er allein, der wahre Fels, in dem das Heil ist. Wer auf diesem Fundament baut, kann mit David sagen:

Ps 62,7 Nur er ist mein Fels und meine Hilfe, meine Festung; ich werde nicht wanken.