Woher kommen Glaube und Buße?
Was lehrt uns die Bibel?.

Die Bibel sagt eindeutig, das Gott seinen Erwählten Glaube und Buße schenkt.  In Eph 2,8-10 steht eine ähnliche Aussage, dass wir uns nicht rühmen dürfen, weil unsere Errettung ganz und gar nicht das Ergebnis unseres Tun ist: Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch - Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit sich niemand rühme. Denn wir sind sein Werk, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen. Diese Verse sagen ganz klar, das sowohl Gnade als auch Glaube Gottes Gabe an seine Erwählten sind.  Der Glaube kommt nicht aus uns selbst, denn der Text lautet: und das nicht aus euch - Gottes Gabe ist es.   Phil 1,29 lehrt uns ebenso, das rettender Glaube ein Geschenk Gottes ist: Denn euch ist es im Blick auf Christus geschenkt worden, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden.   Der in Sünde gefallene Mensch kann keinen rettenden Glauben aus sich selbst hervorbringen. Warum? Weil ihm das Evangelium entweder ein Stolperstein oder eine Torheit ist.

Buße (d.h. eine grundlegende Änderung der Gesinnung) ist auch eine Gabe Gottes an seine Erwählten. Sie bewirkt, dass sich der Mensch von einem Leben in Sünde abwendet und zu Gott umkehrt. Ein Beispiel dafür finden wir in 1.Thess 1,9 : Denn sie selbst erzählen von uns, welchen Eingang wir bei euch hatten und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen...   Das diese Umkehr ein Geschenk Gottes ist, lesen wir in Apg 11,18: Als sie aber das hörten, beruhigten sie sich, priesen Gott und sprachen: So hat denn Gott auch den Heiden die Buße zum Leben gegeben   Ein weiterer Text, der eindeutig lehrt, dass Buße eine Gabe Gottes an seine Erwählten ist, steht in 2.Tim 2,24-26: Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streitsüchtig sein, sondern freundlich gegen jedermann, im Lehren geschickt, der Böses ertragen kann und mit Sanftmut die Widerspenstigen zurechtweist, ob ihnen Gott vielleicht Buße gebe, die Wahrheit zu erkennen und wieder nüchtern zu werden aus der Verstrickung des Teufels, von dem sie gefangen sind, zu tun seinen Willen.   Was heißt das?  Es heißt, das niemand das Evangelium annehmen kann, wenn Gott ihnen nicht Glaube und Buße schenkt.  Es heißt, das jeder, der die Botschaft vom Kreuz geglaubt und sich von seinen Sünden abgewandt hat, dies tat, weil Gott ihm bei der Predigt des Evangeliums sehende Augen, hörende Ohren und ein verständiges Herz gab.

Was ist Gnade?.

Paulus beginnt das Kapitel 11 des Römerbriefes mit einer wichtigen Frage: Hat Gott sein Volk verstoßen?  In seiner Antwort darauf zeigt uns Paulus, was das Wort Gnade bedeutet. Achten sie genau darauf was Paulus antwortet: Ich frage nun:  Hat Gott etwa sein Volk verstoßen?  Das sei ferne!  Denn auch ich bin ein Israelit, aus dem Samen Abrahams, aus dem Stamm Benjamin.  Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zuvor ersehen hat!  Oder wisst ihr nicht, was die Schrift bei Elia sagt, wie er vor Gott gegen Israel auftritt und spricht:  »Herr, sie haben deine Propheten getötet und deine Altäre zerstört, und ich bin allein übrig geblieben, und sie trachten mir nach dem Leben!«  Aber was sagt ihm die göttliche Antwort?  »Ich habe mir 7 000 Männer übrig bleiben lassen, die ihr Knie nicht gebeugt haben vor Baal.«  So ist nun auch in der jetzigen Zeit ein Überrest vorhanden aufgrund der Gnadenwahl.  Wenn aber aus Gnade, so ist es nicht mehr um der Werke willen; sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade. (Röm 11,1-6)

Es ist nicht schwer, der Logik des Paulus hier zu folgen.  Er sagt schlicht und einfach, dass Gott immer einen Überrest im auserwählten Volk Israel hat. Paulus nennt der Gemeinde in Rom sich selbst als zeitgenössisches Beispiel: Er sagt: Ich bin ein Israelit und gehöre zu Gottes Überrest.  Dann nennt er Elia als Beispiel für den Überrest, den Gott aus Gnade erwählt hat. Elias Ruf erging gegen Israel. D. h. das die meisten Israeliten gegen Elia standen. Doch Gott versichert ihm, das er einen Rest von 7.000 Männern für sich übrig gelassen hat. Dann sagt Paulus: So ist nun auch in der jetzigen Zeit ein Überrest nach Auswahl der Gnade entstanden. Paulus versichert den Römern, dass Gott Israel nicht verstoßen hat. Wie Gott in der Vergangenheit immer einen Überrest von Gläubigen in Israel hatte, so hat er auch in der Gegenwart einen Überrest, zu dem auch Paulus gehört. Was ist der entscheidende Grund dafür, das es diesen Überrest gibt? Paulus sagt uns, das es die Gnadenwahl Gottes ist. Der einzige Grund dafür, das es einen Überrest gibt, ist der: Gott wollte sich derer erbarmen, derer er sich erbarmen wollte. Wenn wir Paulus betrachten, können wir verstehen, das er nur deshalb gläubig wurde, weil Gott ihn vor Grundlegung der Welt erwählt hatte, sein Kind zu sein. In Apg 8,1 heißt es:  Saulus aber willigte in seine Tötung mit ein. Der Apostel Paulus hieß auch Saulus. Er hörte der vom Geist erfüllten Verteidigungsrede des Stephanus zu. Er hörte Stephanus, als er in der Kraft und Salbung des Heiligen Geistes predigte. Doch Paulus verwarf die Botschaft des Stephanus und nahm an seiner Ermordung teil. Danach erlangte er die Vollmacht, die Gemeinde Jesu Christi zu verfolgen. Er war auf dem Weg nach Damaskus, um die Gemeinde zu zerstören, die Jesus für sich selbst baute. Und auf dem Weg konfrontierte Jesus Paulus mit seiner geistlichen Blindheit.  Apg 9 berichtet uns, wie Paulus Jesus begegnete und durch sein Erscheinen in Herrlichkeit erblindete. Jesus fragte ihn: Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Mit Blindheit geschlagen ging Paulus weiter nach Damaskus. Und Gott sprach folgende Worte über ihn aus: Dieser Mann ist mein auserwähltes Werkzeug, um meinen Namen vor Heiden und ihre Könige wie auch vor die Söhne Israels zu tragen. Ich will ihm zeigen, wieviel er um meines Namens willen leiden muss. (Apg 9,15-16) Als er von seiner Bekehrung berichtete, sagte Paulus:  Denn ihr habt von meinem ehemaligen Wandel im Judentum gehört, dass ich die Gemeinde Gottes über die Maßen verfolgte und sie zerstörte und im Judentum viele meiner Altersgenossen in meinem Geschlecht übertraf durch übermäßigen Eifer für die Überlieferungen meiner Väter. Als es aber Gott, der mich vom Mutterleib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, wohlgefiel, seinen Sohn in mir zu offenbaren, damit ich ihn durch das Evangelium unter den Heiden verkündigte... (Gal 1,13-16)

Die Bekehrung des Paulus zeigt, was er in Röm 11,5-6 sagt: So ist nun auch in der jetzigen Zeit ein Überrest nach Auswahl der Gnade entstanden. Wenn aber durch Gnade, so nicht mehr aus Werken; sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade.  Es ist für uns wichtig zu verstehen, das Gottes Erwählung Teil seiner Gnade ist. Wer die Lehren der Vorherbestimmung, Erwählung und Berufung ablehnt, lehnt die Gnade Gottes ab, wie sie im Römerbrief geoffenbart wird. Paulus stellt hier die Gnadenwahl durch Gott den Werken gegenüber. Nicht der Glaube wird hier als Gegenstück zu den Werken dargestellt, sondern die Gnade Gottes. Wer lehrt, das der Mensch einen freien Willen hat und deshalb in Christus ist, weil er eine freie Entscheidung für Jesus getroffen hat, lehrt ein Evangelium der Werksgerechtigkeit. Das Ergebnis ist häufig, dass man mehr auf Menschen stolz ist als auf Gott. Nicht Lehre, sondern dieser Stolz ist Ursache Nr.1 für Zwietracht unter Brüdern.

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